Weihnachtsausstellung 2005

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Ein Rundgang durch die Weihnachtsausstellung im Dippoldiswalder Museum
Von Rikarda Groß (Text) und Prof. Dr. Adolf Heger (Fotos)
(Vorabdruck aus den "Reichstädter Nachrichten", Heft 12, Dezember 2005)

Zum 30. Mal öffnete das Dippoldiswalder Museum seine Pforten für die große Weihnachtsschau mit Volkskunstarbeiten aus dem Osterzgebirge. Auch in diesem Jahr werden neben den alt bekannten Traditionsfiguren viele neue Werke, teils elektromechanisch betrieben, gezeigt.

In der Lederkammer faszinieren wieder die zwei großen Weihnachtsberge von Rolf Steinbach die Besucher. Von Wolfgang Buder aus Dresden sind die elektromechanisch betriebene Zwergenwerkstatt im verschneiten Märchenwald und als neuestes Werk eine alte Dorfschmiede zu sehen. Wer Buders Arbeiten kennt, weiß wie detailgetreu alles gefertigt wurde, von den Schmiedewerkzeugen bis zum Amboss und wie auf Knopfdruck sich alles in Bewegung setzt.

Vielseitig sind die Volkskunstarbeiten von Dr. Wolfgang Ermischer aus Schellerhau, der in diesem Jahr den 70. Geburtstag beging. 

Seine Pyramide mit den geschnitzten Figuren, seine Schellerhauer Hutznstub und zwei große Dioramas mit Szenen aus dem Erzgebirge sind Beispiele für das große Können des Schnitzers.

Die Schnitzer sind in diesem Jahr in der Lederkammer besonders stark vertreten, so mit Arbeiten von Jürgen Weinrich aus Schlottwitz, Rudolf Möckel aus Dresden, Bernd Hübler aus Lauenstein, Wilfried Fischer aus Oelsa, Silvia und Heinz Burkhardt aus Cunnersdorf oder vom Freitaler Schnitzzirkel.

Die über zwei Meter hohe Pyramide von Herbert Jaster aus Dippoldiswalde bringt mit ihrem Schein und den langsamen Drehbewegungen die anheimelnde Weihnachtsstimmung in den Raum. Daneben stehen die einen Meter großen Striezelkinder von Erich Müller aus Spechtritz.

Im Erdgeschoss des Museums sind wie jedes Jahr auch die Stadtgeschichtsräume weihnachtlich geschmückt. Von Rudolf Greif aus Schmiedeberg können wir hier seine große, Naturholz belassene Krippe, von Herbert Ranft aus Glashütte eine Stockwerkpyramide, von Herbert Kohl aus Schmiedeberg die Märchenpyramide, auf der über 20 Märchen dargestellt sind, ein Weihnachtsliederberg von Rolf Steinbach aus Weixdorf oder von Rolf Becker aus Pesterwitz, den aus Fimomasse hergestellten Pesterwitzer Märchenberg sehen. Engel, Bergmann, Nussknacker und Räuchermänner bevölkern zusätzlich alle Räume. Ihre Schöpfer kommen aus dem gesamten Weißeritzkreis und dem Dresdner Gebiet.

Der Bergbauraum in der ersten Etage begrüßt uns mit drei großen Pyramiden von Dieter Klinkicht aus Seifersdorf und Herbert Kohl. Dort, wo in den letzten Ausstellungen Teddys und Puppen zu finden waren, werden in diesem Jahr Holz- und Zinnarbeiten von Prof. Dr. Roland Unger aus Dresden gezeigt. Der aus dem Westerzgebirge stammende Künstler unterrichtet an der TU Dresden Methodik der Kunsterziehung. Seine phantasievoll gestalteten Holzobjekte werden die Besucher sicher zum Schmunzeln bringen. Durch Wind oder Wärme bewegen sich einige dieser skurrilen Kunstwerke. Auf Holzleuchtern stellte Roland Unger außerdem die Geschichte von Karl Stülpner dar. Mit diesem Thema hat er sich über Jahre beschäftigt und viel darüber veröffentlicht. Ein weiteres Hobby ist für ihn das Gießen von traditionellen Zinnfiguren. An den Wänden hängen seine farbintensiven impressionistischen Gemälde.

Zwei Räume weiter steht das große Pfefferkuchenhaus vom Café Achat mitten zwischen Backformen und alten Küchenutensilien und verbreitet verführerisch seine Düfte.

Wer Interesse am Intarsienschneiden hat, kann sich auch über dieses filigrane Handwerk informieren.

Der große Vortragsraum mit seinem Rummelplatz und den darauf sich drehenden Karussells und Riesenrädern und der großen Weihnachtsmannwerkstatt von Heinz Büttner aus Schmiedeberg ist wieder ein Paradies für Kinder, welches noch durch Puppenstuben aus alten Zeiten vervollkommnet wird.

Jürgen Weinrich schuf zusammen mit den Häuselbauern aus Rechenberg-Bienenmühle eine große Pyramide, auf der sich neben Weinrichs Schnitzarbeiten die Naumnannschen Erzgebirgshäuser en miniature drehen.

Viel Spielzeug aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Zapfenmännchen von Karl-Heinz Wachsmuth aus Freital, ein Pflaumenentoffelsortiment sowie die große Bergparade mit Walter-Werner-Figuren aus Seiffen kann ebenfalls in der ersten Etage des Museums besichtigt werden. Auch von Rolf Steinbach sind hier noch zwei weitere beeindruckende Schnitzwerke zu bewundern, die Weihnachtbotschaft, mit ihrer zentralen Aussage vom friedvollen Leben der Menschen auf dieser Erde und einen orientalischen Weihnachtsberg, auf dem von der Geburt bis zur Kreuzigung verschiedene Lebensstationen Jesu dargestellt sind.

Viele Kunstwerke an den Wänden sowie phantastisch gestaltete Scherenschnitte von Anni Rändler aus Dresden vervollkommnen die Ausstellung.

An den Wochenenden führen Volkskünstler ihre Arbeiten vor und wer noch ein Geschenk für Weihnachten braucht, kann bei ihnen vielleicht etwas ganz besonderes kaufen. Auch Bastelbögen mit weihnachtlichen Motiven, Fensterglasengel aus Wroclaw und verschiedene Druckerzeugnisse wie die Künstlerhausbücher, die neue Dippoldiswalder Chronik u. a. können hier erworben werden.

 

Die Ausstellung läuft bis zum 15. Februar 2006
und hat wie folgt geöffnet:

Dienstag bis Sonntag

10 bis 17 Uhr

am 25. und 26. Dezember

13 bis 17 Uhr
Montags sowie am 24. und 31. Dezember geschlossen

Zur Homepage des Museums