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Das Leben war und ist wieder schön
Das kann ich nach einer überstandenen schweren Krankheit überglücklich sagen

Am 07. Februar 1936 wurde ich in Schönbach, Kreis Eger (Luby u Chebu) in der heutigen Tschechischen Republik, als Sohn des Schneidermeisters Gustav Heger und seiner Ehefrau Franziska, geb. Sandner, der Tochter eines Geigenbauers, geboren. Im Juli 1946 wurden wir im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges ausgesiedelt, und meine Mutter fand mit mir, meinem Bruder Johann und meiner Schwester Gertrud in Schkortleben bei Weißenfels eine neue Heimat. Mein Vater war damals noch in jugoslawischer Kriegsgefangenschaft.

Die Grundschule besuchte ich in Kriechau, Schkortleben und Großkorbetha, wobei insbesondere mein Lehrer (der spätere Professor der Mathematik) Conrad Suppe maßgeblichen Einfluß auf meinen weiteren Lebensweg hatte.

Nach erfolgreich abgeschlossenem Abitur an der Goethe-Oberschule in Weißenfels im Jahre 1954 nahm ich ein Studium an der damaligen Technischen Hochschule, Dresden, Fachrichtung Textiltechnik, auf, das ich im Jahre 1960 mit dem Diplom (Dipl.-Ing.) abgeschlossen habe. Das Thema meiner Diplomarbeit lautete: "Bestimmung der spezifischen Faseroberfläche im Luftstrom". Von Mai 1960 bis Oktober 1964 war ich Assistent am Institut für Textiltechnik unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. habil. Wolfgang Bobeth. In dieser Zeit entstanden meine ersten wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Lehrbriefe für das Fernstudium zum Fach "Textilprüfung", an deren Abfassung ich beteiligt war, und meine Arbeit "Beitrag zum Studium der durch Co-60-Gamma-Strahlen in festem, fadenförmigem Polyamid 6 (DEDERON-Monofil) induzierten Veränderungen" zum Erwerb des akademischen Grades eines Dr.-Ing., die ich am 30. November 1964 erfolgreich verteidigt habe. Die Bestrahlungen erfolgten seinerzeit an der "Kobaltkanone" der Strahlenklinik in der Medizinischen Akademie Dresden "Carl Gustav Carus" (der damalige Leiter war Prof. Dr. Fritz), also in der Einrichtung, in der ich 30 Jahre später erfolgreich gegen eine Krebserkrankung bestrahlt wurde! Es sei erwähnt, daß ich während meiner Assistentenzeit auch ein Isotopenlabor aufgebaut und mir durch Zusatzstudien (u. a. bei Prof. Dr. Paul Kunze und Prof. Dr. Ernst Rexer) solide Kenntnisse auf den Gebieten "Kernphysikalische Grundlagen" und "Strahlenchemie" angeeignet hatte, die für meine weitere wissenschaftliche Entwicklung von entscheidender Bedeutung sein sollten.

Ab 01. Oktober 1964 war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technologie der Fasern der Deutschen Akademie der Wissenschaften. Diesem Institut, das zwischenzeitlich seinen Namen und auch seinen Direktor gewechselt hat, bin ich bis zum Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben treu geblieben. Bereits im November 1964 wurde ich durch den Vorsitzenden Prof. Dr. G. Hertz in den Wissenschaftlichen Rat für die friedliche Anwendung der Atomenergie beim Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik berufen. Meine Arbeiten zur strahlenchemischen Veredlung textiler Materialien, einer damals im Weltmaßstab neuartigen Arbeitsrichtung, führten zum planmäßigen Aufbau von Vertragsbeziehungen zum Zentralen Wissenschaftlichen Forschungsinstitut der Baumwollindustrie (ZNIChBI), Moskau, zwecks arbeitsteiliger Zusammenarbeit mit der UdSSR und zum systematischen Aufbau einer leistungsfähigen Abteilung im Institut, zu deren Leiter ich im Rahmen der Akademiereform mit Wirkung vom 01. Januar 1969 berufen wurde. Diese Abteilung wurde durch mich systematisch aufgebaut und zählte mit etwa 50 Mitarbeitern zu den größten Abteilungen des Institutes.

Ein Höhepunkt in der Arbeit meiner Abteilung war der Abschluß eines Abkommens zwischen den Regierungen der DDR und der UdSSR zur Entwicklung von Verfahren und Anlagen zur strahlenchemischen Modifizierung textiler Materialien, das anläßlich der 16. Tagung der Paritätischen Regierungskommission DDR/UdSSR am 16. September 1974, 16:45 Uhr, von den Ministern für Leichtindustrie, Dr. Bettin und Tarassow, in Berlin unterzeichnet wurde. Ich verhehle an dieser Stelle nicht, daß ich noch heute mit Stolz auf die von Gerhard Schürer unterzeichnete Teilnehmerkarte Nr. 119 blicke.

Die vertraglichen Beziehungen zur UdSSR, die mit einem mehr als 60maligen Aufenthalt in diesem Land verbunden waren, führten  auch zu einer Vielzahl freundschaftlicher Kontakte, die noch heute ihren Fortbestand haben. Ich möchte an dieser Stelle meinem langjährigen Freund Dr. Konstantin Pismannik, meinem unermüdlichen Mitstreiter bei der Lösung der oft nicht einfachen Probleme, ein kleines Denkmal setzen. Mitte April im Jahre 2000 ist er - leider viel zu früh - verstorben.

Wesentliche Aktivitäten meinerseits bezogen sich nach der Abteilungsgründung insbesondere auch auf die Projektierung, den Aufbau und die Inbetriebnahme der ersten universell für die Entwicklung strahlenchemischer Verfahren zur Polymermodifizierung nutzbaren Bestrahlungsstation, die auf der Grundlage eines Ministerratsbeschlusses im Institut aufgebaut wurde und beispielgebend nicht nur für Europa war. Aber das wäre ein Kapitel für sich!

Ein weiterer Höhepunkt meiner wissenschaftlichen Laufbahn war die von meinem Lehrer und damaligen Institutsdirektor Prof. Dr.-Ing. habil. Wolfgang Bobeth, der das Institut von 1959 bis 1981 leitete, geförderte Arbeit "Beitrag zur Optimierung der Bestrahlungsparameter bei der strahlenchemischen Modifizierung polymerer Materialien unter Anwendung von Elektronenstrahlen" zur Erlangung des akademischen Grades "Dr. sc. techn.", die ich am 13. Dezember 1979 erfolgreich verteidigte.

Mit der Übernahme der Leitung des Institutes im Jahre 1981 durch Prof. Dr. Manfred Rätzsch, einem industrieerfahrenen Polymerchemiker, wurde das Institutsprofil immer mehr in Richtung der Entwicklung von Methoden und Verfahren zur Hochveredlung von Polymeren gelenkt, was auch der Arbeit meiner Abteilung sehr stark zugute kam. Verbunden damit war eine Umbenennung des Institutes am 1. April 1984 in "Institut für Technologie der Polymere" (ITP). Mit der Erweiterung des Aufgabengebietes konzentrierte sich das Institut - der raschen internationalen Entwicklung folgend - auf neuartige Wege der Polymerentwicklung und -verarbeitung, der Modifizierung und der Gestaltgebungstechnologien. Im Zusammenhang mit dem akkumulierten Wissen auf dem Gebiet der Strahlentechnologie, mit dem sich das Institut auch internationalen Rang erworben hatte, konnten wesentliche Beiträge zur Realisierung der Aufgabe "Export immaterieller Leistungen" erbracht werden. Auf diesem Gebiet spielte das Institut im Rahmen der Akademie der Wissenschaften eine Vorreiterrolle.

Die wissenschaftlichen Arbeiten fanden ihren Niederschlag in über 100 Patenten sowie in über 100 wissenschaftlichen Veröffentlichungen in nationalen und internationalen Zeitschriften und einer Vielzahl von - zum Teil auch international stark beachteten - Vorträgen im In- und Ausland. Für die Ergebnisse der Arbeiten mit meiner Abteilung wurde ich u. a. im Jahre 1978 mit der Verdienstmedaille der DDR und im Jahre 1987 mit dem Kollektiv "Strahlenchemische Modifizierung von Elastwerkstoffen" mit dem Orden "Banner der Arbeit", Stufe I, geehrt. Am 01. April 1987 wurde ich zum Stellvertreter des Institutsdirektors (Prof. Dr. Manfred Rätzsch) berufen, und mit Wirkung vom 01. September 1987 ernannte mich der Präsident der Akademie der Wissenschaften der DDR, Prof. Dr. sc. med. Manfred Scheler, für meine wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet Polymertechnologie zum Professor an der Akademie der Wissenschaften der DDR.

Kurz vor der "Wende" wurde auch das Manuskript meines Buches (unter Mitwirkung meiner ehemaligen Mitarbeiter Dipl.-Ing. Helmut Dorschner, Dr. rer. nat. Lothar Dunsch, Dr.-Ing. Bernd Ihme und Dr. rer. nat. Klaus Lunkwitz) "TECHNOLOGIE DER STRAHLENCHEMIE VON POLYMEREN" fertiggestellt. Es erschien (so sah es der Verlagsvertrag vor) im Akademie-Verlag, Berlin, und in einer Lizenzausgabe im Carl Hanser Verlag München Wien, die Rezensionen in wissenschaftlichen Zeitschriften waren recht positiv. Ein Schreiben meines damaligen Lektors vom 29. Mai 1991 ist typisch für die "Zeit um und nach der Wende": "Seit Januar 1991 ist der Akademie-Verlag eine hundertprozentige Tochter der VCH Verlagsgesellschaft ... Ein Teil des Publikationsplanes des bisherigen Akademie-Verlages wird nicht in das Stammhaus übernommen. Für das oben erwähnte Projekt hat die VCH Verlagsgesellschaft kein Interesse bekundet. Wir bedauern, Ihnen diese Nachricht übermitteln zu müssen ...". So ist mit der "Wende" nicht nur eine vorgesehene Ausgabe meines Buches in englischer Sprache zum Opfer gefallen.

Es ist mir an dieser Stelle ein Bedürfnis, meiner Frau Susanne, mit der ich seit dem 26. Juli 1959 verheiratet bin, ein herzliches Dankeschön zu sagen. Ihr ist es in erster Linie zu danken, daß ich meinen wissenschaftlichen Arbeiten und den vielfältigen dienstlichen Obliegenheiten nachgehen konnte, während sie sich im wesentlichen der Erziehung unserer drei Kinder Manuela, Andreas und Markus gewidmet hat.

Die Feststellung eines Zungen-/Mundboden-Tumors am 13. März 1990 gab meinem Leben eine jähe Wendung. Am 03. April 1990 erfolgte auf der Station 8d der Medizinischen Akademie Dresden durch die Oberärzte Dr. Michael Fröhlich und Dr. Uwe Eckelt mit ihrem bewährten Kollektiv eine sechsstündige Operation. An dieser Stelle möchte ich den genannten Ärzten und dem gesamten Personal der Station 8d meinen Dank und meine Anerkennung aussprechen. Ein besonderer Dank gebührt aber auch Herrn Prof. Dr. med. dent. Gottfried Reitemeier vom Universitätsklinikum der TU Dresden für die hervorragende prothetische Versorgung.

Im Ergebnis der schweren Krankheit wurde ich Invalidenrentner.

Am 01. Januar 1995 sind meine Frau und ich nach Reichstädt in das Haus unseres Sohnes Andreas und unserer Schwiegertochter Christiane gezogen. Endlich hatte ich nun auch Zeit für unsere mittlerweile neun Enkelkinder und zwei Urenkel ...

Das hatte ich mir ursprünglich so gedacht, aber mit dem Umzug von Dresden nach Reichstädt begann praktisch nach Überwindung der genannten schweren Erkrankung mein zweites Leben. Dieses konnte ich in einem Beitrag des KULTURMOSAIK Weißeritzkreis beschreiben, das Ende des Jahres 2003 von der Freitaler Redaktions- und Verlagsgesellschaft mbH herausgegeben wurde. Autor dieses Buches ist übrigens mein Freund Dr. Reimar Börnicke aus dem Kurort Kipsdorf, der ehemalige Kulturamtsleiter im Weißeritzkreis. Und der geneigte Leser erfährt in diesem Beitrag, wie es mir gelungen ist, ein zweites Leben zu gestalten. Da dies ja nun im wahrsten Sinne des Wortes ein neues Leben ist, soll es auch separat beschrieben werden. Bitte blättern Sie um in "Mein zweites Leben".