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Bei der Beschreibung unseres Ortes Reichstädt wollte ich mich insbesondere auf das hervorragende und sehr informative Büchlein von Herrn Horst SCHULZ anläßlich der 650-Jahrfeier im Jahre 1969 und der überarbeiteten Fassung zur 675-Jahrfeier im Jahre 1994 beziehen. Diese Chronik von Reichstädt wurde seinerzeit im DRUCKHAUS FREITAL GmbH gedruckt. Es war mir jedoch gelungen, Herrn Horst SCHULZ als kompetenten Mitautor zur Aktualisierung dieser Seite zu gewinnen.

Der Leser sei außerdem darauf hingewiesen, daß der Ortschaftsrat monatlich eine Dorfzeitung, die "Reichstädter Nachrichten", herausgibt. Durch das großzügige Entgegenkommen von Harald Weber, meinem Webmaster und dem Betreuer der Dippoldiswalder Homepage, war ich in der Lage, alle Hefte seit 1999 anbieten zu können. Schauen Sie doch einfach mal rein!

Diese Ausgaben der "Reichstädter Nachrichten" (pdf-Format) können hier gelesen werden.


Reichstädt erstreckt sich in einer Höhenlage von 360 bis 560 m etwa 6 km lang in einem Tale am Fuße des Osterzgebirges, einem bekannten Urlaubs- und Erholungsgebiet in Sachsen, zugehörig zum Weißeritzkreis. Dieser grenzt im Norden unmittelbar an die Landeshauptstadt Dresden, im Süden an die Tschechische Republik.

Unser Dorf mit etwa 1450 Einwohnern ist seit 1995 Ortsteil der Kreisstadt Dippoldiswalde. Dieser Anschluß wurde den Einwohnern dadurch erleichtert, daß der Bürgermeister der Stadt aus Reichstädt stammt und vorher dort dieses Amt ausübte.

Blick auf das Schloß, ein Fachwerkhaus in Reichstädt und die Kirche
Blick auf das Schloß, ein Fachwerkhaus in Reichstädt und die Kirche (Archiv Heimatverein)

Reichstädts Umgebung bietet reizvolle Wanderziele, vor allem drei Talsperren, zwischen denen der Ort liegt. Während die Stauseen Lehnmühle und Klingenberg im kaum besiedelten Tal der Wilden Weißeritz der Trinkwasserversorgung dienen und daher Ruhe und Entspannung bieten, ist die Talsperre Malter, unmittelbar an die Kreisstadt grenzend, ein Erholungszentrum mit Campingplätzen, drei Freibädern, einem Erlebnisbad und Bootsverleih.

Bekannt ist Reichstädt als Geburtsort Rudolf Sigismund BLOCHMANNS, Wegbereiter der deutschen Gastechnik und -industrie. An ihn erinnert ein Gedenkstein, erst 1996 am Grundstück des Pfarrhauses aufgestellt, in dem Blochmann 1784 geboren wurde. Er war ein hervorragender Mechaniker, dem es - neben vielen anderen Leistungen - zu verdanken ist, daß Dresden die erste deutsche Stadt war, die ohne ausländische Hilfe ein Gaswerk bauen konnte. Aber auch mehrere seiner in Reichstädt geborenen Brüder wurden weithin bekannt, so z. B. Karl Justus BLOCHMANN, Pädagoge, 8 Jahre lang Mitarbeiter Pestalozzis, später Direktor einer eigenen Erziehungsanstalt in Dresden, und Heinrich August BLOCHMANN, der in der 1875 erschienenen "Allgemeinen Deutschen Biographie" als einer der "intelligentesten Landwirte" seiner Zeit bezeichnet wird.

Ich muß gestehen: Mit der Geschichte Reichstädts befaßte ich mich nicht aus eigenem Antrieb. Ein bevorstehendes Jubiläum, nun schon vor vielen Jahren, zwang mich dazu. Ich fand es seltsam, daß offensichtlich noch niemand vorher ernsthaft nachgeforscht hatte. Zwar gingen in Kriegswirren zahlreiche Dokumente verloren, doch Archive bieten noch immer ein umfangreiches Material. Über den Zeitpunkt der Gründung des Ortes fanden sich allerdings keinerlei Belege.

Ein Schreiben des Papstes Johann XXII. an den Abt von Osek aus dem Jahre 1319, in dem ein Priester in "Richenstad" genannt wird, fand sich als älteste Urkunde, in der das Dorf erwähnt wird.

Anzunehmen ist, daß Reichstädt in Wirklichkeit viele Jahrzehnte vorher gegründet wurde. Als sicher gilt, daß die ersten Bewohner Bauernfamilien waren, die als Siedler aus westdeutschen Gebieten hierher kamen und in dem langgestreckten Tal eine "reiche Stätte", einen großen Platz also, zur Anlage eines Waldhufendorfes vorfanden.

Völlig unwahrscheinlich ist dagegen, daß diese ersten Einwohner, wodurch auch immer, zu solchem Reichtum kommen konnten, daß sie das Wort "reich" aus diesem Grund in den Ortsnamen aufnahmen. Denn die Menschen, die hier einst wohnten, führten ein arbeitsames und entbehrungsreiches Leben als Bauern, Gesinde, Handwerker oder auch beim mühsamen Versuch, Bergbau zu betreiben. Zudem raubten Kriege ihnen immer wieder die spärlichen Ergebnisse ihrer Arbeit.

Die Geschichte Reichstädts wurde wesentlich durch das Schloß mit Rittergut und einer großen Schäferei beeinflußt. Das Schloß von 1535 ist Nachfolger einer einst befestigten Anlage und wurde im 18. Jahrhundert im barocken Stil umgebaut. Nachdem die Familie von SCHÖNBERG, deren Besitz es seit 1717 war, 1945 enteignet wurde, wurde das Schloß als Kulturhaus, Kindergarten und zuletzt als Kreispionierhaus genutzt. Bekanntester Gast in ihm war übrigens der russische Zar Alexander I mit seinem Stabe im Jahre 1813. Nachdem mit der Wende der Nutzungszweck entfiel, wurde vom Landkreis ein neuer Besitzer und Nutzungszweck für das Objekt gesucht. Schließlich wurde es 1998 an ein Mitglied der Familie von Schönberg verkauft. Gegenwärtig wird ein neues Nutzungskonzept für das Schloß ausgearbeitet. Weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der Homepage des Schlosses.

Korn, Hafer und Gerste wurden hier angebaut, auch Lein (Flachs), 1760 erstmals Kartoffeln, damals "Erdbirnen" genannt. Rinder, Schweine, Schafe und Pferde hielt man. Das System der DDR zerstörte die bäuerliche Struktur des Ortes spürbar durch die verordnete Bildung von "Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften" nach sowjetischem Vorbild. Nach der politischen Wende im Osten Deutschlands 1989 fehlten die Voraussetzungen für weiteres einzelbäuerliches Wirtschaften. Heute wird die Landwirtschaft des Dorfes durch die Agrargenossenschaft eines Nachbarortes betrieben, und der Anteil der in diesem Bereich tätigen Einwohner ging wesentlich zurück. Waren es 1989 noch 198 Personen, so sank diese Zahl schon vier Jahre später auf 44.

Die Wiedervereinigung Deutschlands brachte jedoch auch für unseren Ort neue Chancen. Längere Erschließungsarbeiten waren erforderlich, bevor im September 1993 der erste Betrieb in dem bei Reichstädt gelegenen Industriegebiet seine Produktion aufnehmen konnte. Neue Telefonanschlüsse wurden geschaffen, umfangreiche Arbeiten der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung durchgeführt, ein Teil des Ortes an die Erdgasversorgung angeschlossen. Zahlreiche Eigenheime entstanden, vor allem im neuen Wohngebiet "Am Ziegelgrund", aber auch an anderen Stellen.

Man kann sich wohlfühlen in Reichstädt, gelegen in einer schönen Landschaft, unweit von bedeutenden Kulturstätten und Ausflugszielen. Besonders reizvoll und historisch interessant ist das obere Ende unseres Ortes. Dort an der "Kahlen Höhe" stehen nahe beieinander die auf einer eigenen Seite dieser Homepage beschriebene Windmühle und eine Gruftkapelle der Familie von Schönberg. Der Blick kann weit über die Umgebung schweifen, während sich die Gedanken auf die Vergangenheit richten, als hier noch die Wallfahrtskirche "Zu den 14 Nothelfern" stand, an die ein Gedenkstein erinnert.

Doch zurück in die Gegenwart: Ein reiches kulturelles Leben zeichnet Reichstädt aus. Schon seit langer Zeit verstehen es die Einwohner, Geselligkeit und Feste zu pflegen, Feiertage und Jubiläen zu begehen. Dafür sorgen u. a. Heimat-, Sport- und Landfrauenverein, Jugendclub, Elferrat, die Freiwillige Feuerwehr mit einer Blaskapelle, der Fanfarenzug der Schüler. Besondere Beachtung finden die nunmehr jährlich stattfindenden Dorffeste. Seit 2001 wird darüber aktuell und ausführlich in den "Reichstädter Nachrichten" und im Internet berichtet, die Berichterstattung fand eine überraschend hohe Beachtung. (Dorffest 2001, 2002 und 2003)

Aber auch Künstler haben sich hier angesiedelt, so der Freischaffende Maler und Grafiker Johannes ZEPNICK und die Malerin und Kunstlehrerin Ulrike LANGER. Leider ist die liebenswerte Ulrike, die sich schnell die Herzen der Reichstädter erobert hatte, am 25. Januar 2000 - viel zu früh für alle - an einer heimtückischen Krankheit gestorben.

Seit August 2000 betreibt Johannes ZEPNICK, nunmehr mit seiner neuen Ehefrau Regina (Lehrerin und Kunsterzieherin, seit 1997 freischaffende Malerin) die Galerie "Lilith", Am Schloss 5, Reichstädt. Diese Galerie ist seit der relativ kurzen Zeit ihres Bestehens schon weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Bereits über eine Vielzahl bemerkenswerter Veranstaltungen konnte berichtet werden.

Für uns ist sicher: Auch als Ortsteil der Kreisstadt Dippoldiswalde wird Reichstädt seine eigenen Traditionen, die in der Geschichte wurzeln, erhalten.

Wir wünschen allen, die hier leben, und auch denen, die als Gast zu uns kommen, das Allerbeste.

Wir denken, daß es Ihnen bei Ihrem Besuch im "Niederen Gasthof" gefallen wird.


Niederer Gasthof Reichstädt, Pension und Gaststätte, Tel.: 03504 618825


Nähere Auskünfte über unseren Ort erhalten Sie unter folgender Adresse:

Horst SCHULZ, Siedlung 1, D - 01744 Reichstädt
03504 / 61 44 24