Dorffest 2006 - Gesamtbericht

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Das Dorffest 2006 ist Geschichte
Vorveröffentlichung aus der Oktober-Ausgabe der "Reichstädter Nachrichten"

Um es gleich vorweg zu sagen: Es war nicht unbedingt ein Dorffest der Superlative, aber die Besucherzahlen waren super und es reiht sich würdig ein in die Reihe anspruchsvoller Dorffeste. Ein heftiger Wermutstropfen war der Wegfall des vom Elferrat Reichstädt geplanten Spektakels am Badeteich. Das Wetter spielte in diesem Jahr zu 100 Prozent mit und ein weiterer Pluspunkt war unser Festplatz. Keiner musste durch nasse Wiesen oder morastigen Untergrund stapfen. Selbst der Gewitterguss mit Starkregen am Donnerstag zum Skatabend versickerte sehr schnell in der Frostschutzschicht, und das ist ein entscheidender Punkt zum guten Gelingen künftiger Feste. Nach längeren Diskussionen hatten wir uns auch entschlossen, ein wesentlich längeres Festzelt aufzubauen. Allen „Unkenrufen” zum Trotz hatten sich so viele Zuschauer eingefunden, dass unser Zelt manchmal fast nicht reichte. Etwa 1800 Zuschauer sahen und gestalteten die Veranstaltungen mit. Entscheidend für diesen großen Zuschauerandrang war wohl auch der Bekanntheitsgrad der „Schlettweiner Hausband”, die in den Nachbarorten schon für tolle Stimmung gesorgt hatte. Traditionsgemäß wurde das Dorffest mit dem Seniorennachmittag am Donnerstag, dem 7. September „eingeläutet“, für den sich Annelies Goldammer mit ihrem bewährten Team wieder viele Höhepunkte ausgedacht hatte.

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Auch Irmgard Kuhn gehörte - wie bereits in den vergangenen Jahren - wieder zu den Seniorinnen, die um den Titel "Schützenkönig" kämpften.

Am traditionellen Vogelschießen nahmen knapp 40 Senioren teil. Den Reigen eröffnete die vorjährige Schützenkönigin Susanne Heger. Auch der diesjährige Titel wurde von den Schützinnen und Schützen wieder hart umkämpft, bis schließlich nach einem langwierigen Kampf mit Werner Knebel der diesjährige Schützenkönig der Senioren feststand.

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Eingebettet in diesen zähen Kampf war der Auftritt der „Schloss-Spatzen" vom Kindergarten Reichstädt,

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die mit absoluter Hingabe und Eifer ihre Zuhörer zu wahren Beifallsstürmen animierten. Es folgte der Auftritt von zehn Schülern der Musikschule „Musikus“ aus Ruppendorf unter der Leitung von Heinz Zimmermann.

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Etwas abseits vom Trubel sorgte um 18:00 Uhr auf dem Kirchhof das Aufstellen eines beinahe verschollen gegangenen und sehr schön restaurierten Grabsteines aus dem Jahre 1680 von Dorothea Eleonora von Carlowitz für Innehalten und Besinnung.

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Der 1. Vorsitzende des Heimatvereins Reichstädt, Axel Bellmann, hielt dazu eine Ansprache, die - wie die meisten der Ereignisse zum Dorffest - im Internet sowohl auf der Seite www.professor-heger.de als auch unter www.dippoldiswalde.de nachgelesen werden können. Fotogalerien mit mehreren Hundert Farbfotos ergänzen dort die textlichen Ausführungen.

Die Eröffnung des Festes mit Bierfassanstich gelang dem Bürgermeister auf Anhieb.

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Am Freitag, dem 8. September startete um 20.30 Uhr der Fackel- und Lampionumzug.

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Vom Gasthof „Zu den grünen Linden“ ging es in Richtung Dorfplatz. Viele Eltern mit ihren Kleinen, vorn weg der Fanfarenzug unter der Leitung von Andreas Exner und Mitglieder des Ortschaftsrates, trafen dann am Festplatz ein. Der über viele Jahre fleißigen Arbeit von Frau Köhler ist es zu verdanken, daß der Fanfarenzug immer noch besteht. Dafür sei ihr auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön vom Ortschaftsrat und dem Verein Reichstädter Dorffest e. V. ausgesprochen. Der Fanfarenzug spielte noch bis zum Schluß und ein Lagerfeuer, das in der kühlen Septembernacht wohlige Wärme spendete, rundete den gelungenen Abend, an dem die Kinder auch noch eine Runde auf dem Karussell drehen oder an der Tombola Lose kaufen konnten, ab.

Der Sonnabendnachmittag war ganz den Kindern und der Kirche gewidmet. Beim Kindernachmittag, der 14.00 Uhr begann, fand auch der Wettkampf der etwa 20 jungen Schützen statt, wobei besonders das Oberdorf stark vertreten war. Nicht immer waren die körperlichen Voraussetzungen gegeben und es musste „Schützenhilfe“ von Vati oder Opa geleistet werden. Da das Spielangebot in diesem Jahr nicht so erdrückend war wie in den Jahren vorher, verfolgten die Kinder den Verlauf sehr aufmerksam. Das Schießen blieb spannend bis zum Schluss, welches dann die frisch gebackene ABC-Schützin Nadine Frost nun auch als erste Schützenkönigin für sich entschied.

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Sie konnte nicht nur den Titel mit nach Hause nehmen, sondern auch einen wertvollen Geschenkgutschein, nachdem sie bereits vorher ihre Treffsicherheit bewiesen und den Vogel arg gerupft hatte.

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Im Festzelt konnte mit den Erzieherinnen des Kindergartens gebastelt werden. Es fand Kinderschminken statt

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und bei Angelika Döring konnten sich die Kinder künstlerisch betätigen.

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Die Organisatoren hatten sich wieder viel Mühe gegeben, aber es gibt sicher noch mehr Kinder in Reichstädt, als an diesem Nachmittag da waren.

Auch die Kirche bot am Nachmittag des Sonnabend ein volles Programm. Die Teilnehmer am Dorffest waren zu Kaffee und Kuchen eingeladen, insgesamt 28 leckere Reichstädter Backwerke regten den Appetit der Kaffeegäste an.

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In bewährter Weise waren auch wieder Carmen Hilbert mit ihrem Büchertisch

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und Susanne Heger mit einem Stand des Eine-Welt-Ladens vertreten.

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Einer der Höhepunkte des Dorffestes 2006 in Reichstädt war zweifellos das Konzert des Philharmonischen Kammerchores Dresden am Sonnabend, dem 9. September um 16.00 Uhr in der Reichstädter Kirche.

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Nach der Begrüßung durch Pfarrer Thomas Günther konnten die Reichstädter hierbei ihren Pfarrer einmal ganz anders erleben, nämlich als Mitglied des Ensembles und als Solist auf einer Gitarre.

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Das Auswahlensemble des großen Chores (Chordirektor: Prof. Matthias Geissler; Chorinspizientin: Angelika Ernst) widmet sich neben dem chorsinfonischen Bereich vornehmlich der A-cappella-Musik aller Stilepochen. Bach und Schütz finden sich in den Programmen ebenso wie Brahms, Mendelssohn und Schumann, aber auch Werke von Reger, Distler, Mauersberger oder Penderecki werden aufgeführt. Der Spezifik und Vielfalt der Aufgaben entsprechend sind die Anforderungen an die Ensemblemitglieder besonders hoch. Benefizkonzerte zum Wiederaufbau der Frauenkirche, Vespergestaltung in der Kreuzkirche und Konzerte in Kirchen und Schlössern des sächsischen Raumes sind fester Bestandteil solcher Aufgaben.

Nach dem Konzert nutzten viele Gäste die Möglichkeit, an einer Kirchenführung in sieben Stationen in der Kirche von Reichstädt mit Ullrich W. Schulte teilzunehmen, der durch seine Führungen auch in der Dresdner Frauenkirche dafür sorgt, dass den Besuchern George Bährs Meisterwerk in prägender Erinnerung bleibt.

Wer es deftiger und lauter wünschte, war am Abend bei der „Schlettweiner Hausband“ bestens aufgehoben, auf deren großen Auftritt alle gespannt waren. Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Die Band hatte schon einige Auftritte in unserer Umgebung gehabt und sich dort eine „Fan-Gesellschaft“ gesammelt - allein aus Seifersdorf kamen 30 „Fans“.

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Ab 19 Uhr füllte sich das Zelt zusehends mit Besuchern. Auf der Bühne waren die „Aufbauarbeiten“ der Technik noch in vollem Gange. Gegen 20 Uhr ging es los.

Die Musik war durchweg tanzbar und die Lautstärke moderat. Sie sahen etwas abenteuerlich aus, die Helden auf der Festzeltbühne, aber sie unterhielten alle Zuschauer sehr gut und eine „Festzeltstimmung“ war schnell da. Sogar viele junge Leute ließen ausnahmsweise die Disco liegen und fanden sich scharenweise in Reichstädt ein, um die Schlettweiner zu sehen.

Kein Genre der Musik wie Volksmusik, Beat und Rock wurde ausgelassen, sogar der mittlerweile legendäre „Holzmichel“ wurde angespielt. Zu mitternächtlicher Stunde waren sicher mehr als 400 Besucher im Festzelt und feierten ausgelassen. Der Publikumsandrang linderte die finanziellen Sorgen der Organisatoren wohltuend.

Nach 02.00 Uhr in der Früh am Sonntag waren die Stimmen der Musiker und die Instrumente den Belastungen nicht mehr gewachsen und die Musiker gaben auf.

Am Sonntagmorgen folgten weit über 100 Reichstädter und Dippoldiswalder der Einladung zum Schulanfangsgottesdienst.

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Mit der Aufführung des Musicals „Jonas“ regten uns die Kinder zum Nachdenken an. Darf man sich in kniffligen Situationen einfach wegstehlen? Auf diese Frage scheint es keine abschließende Antwort zu geben. So steht der Übernahme von Verantwortung der verantwortliche Rückzug zur Verhinderung von Unheil gegenüber.

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Obwohl es bis zum frühen Morgen gegangen war, trafen die „Schlettweiner” fit zum Frühschoppen im Festzelt ein. Danach fand bei strahlendem Sonnenschein das 3. Vogelschießen des Dorffestes statt. In bewährter Weise wurde zunächst der Schützenkönig des Vorjahres empfangen. Dirk Wehner mit seiner reizenden Begleiterin kamen in der Kutsche vorgefahren, deren Ankunft auf den Festplatz mit einem Trompetensolo von Holger Bellmann verkündet wurde. Insgesamt nahmen 33 Schützen den Wettkampf um die begehrte Trophäe auf. Es ging von Anfang an schnell zur Sache. Bis zum 41. Schuss saß fast jeder Bolzen und brachte einen, zwei und sogar drei Teile des Vogels zu Boden. Damit lag die Möglichkeit nahe, dass das Schießen nicht bis zur verausgabten Startnummer 150 andauern könnte, wie zum Beispiel beim Schießen 2002, bei dem bereits der 144. Schuss den Titel brachte. Nachdem der letzte Teil des Vogels mit dem 139. abgeschossen und das Herz aufgesteckt war, war man zuversichtlich, das der Wettkampf doch nicht frühzeitig beendet sein wird. Niemand glaubte so recht daran, dass die von Helfried Lohse an die Bandmitglieder überlassene Startnummer 150 die Entscheidung bringt, denn all zu fest klang der Bolzenschlag auf dem Herzbrett. Doch es kam, wie es kommen musste. Mit einem schönen, mittigen Schuss wurde das Herz gespalten, drehte sich, verharrte eine kurze Weile noch an der Halterung und fiel schließlich zu Boden.

Dorffest 2006

Damit stand als Schützenkönig Michael Kramer von der „Schlettweiner Hausband” aus Thüringen fest, der die Glückwünsche der Teilnehmer entgegen nahm. Nun wird es wohl ein Problem beim Abholen des Schützenkönigs im nächsten Jahr geben oder vielleicht kommt es doch dazu, dass die Band im nächsten Jahr wieder zum Dorffest aufspielt, wie hier und da prophezeit wurde. Zum Schluss an dieser Stelle noch einen herzlichen Dank an Karl-Heinz (Karli) Bellmann für die Abholung des Schützenkönigs in traditioneller Weise.

Die Nachmittagsstunden gehörten dann den Familien mit dem Auftritt des Dippser Harmonikaorchesters

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und dem Programm der Kinder der Grundschule und des Hortes.

Dorffest 2006

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Wir erlebten u. a. die Tanzgruppe der 2. Klasse mit „Schni, schna, schnappi“, Tina Döring aus der 2. Klasse auf ihrer Gitarre, Nathalie Patzig mit ihrer Flöte, ein Flötenduett von Luisa Wächtler gemeinsam mit ihrer Lehrerin Frau Reichel und Til Landsmann, der an seinem Schlagzeug bewies, was er kann. Die größeren Hortkinder tanzten den Klassiker „Kalinka“.

Den Abschluss des Dorffestes bildete wieder die „Klamaukrunde”, diesmal mit Stars und Sternchen aus Reichstädt und Umgebung, die Tanzgruppe kam aus Dresden. Es ist ganz erstaunlich, was mit einer guten Verkleidung, einer gängigen Musik und der richtigen Einstellung des Publikums für eine Stimmung entsteht. Das macht optimistisch für ein nächstes Mal.

Das Festkomitee bedankt sich bei allen Sponsoren, auch bei denen, die ungenannt bleiben wollen, bei allen Helfern und Organisatoren, die mit zum Erfolg dieses Festes beigetragen haben.

Aus Zuarbeiten von Ralf-Johannes Heerklotz, Peter Olm, Pfarrer Thomas Günther, Frieder Neidhold, Heike Bellmann und Axel Bellmann zusammengestellt und ergänzt von Prof. Dr. Adolf Heger
Fotos: Heike Bellmann, Prof. Dr. Adolf Heger und Peter Olm

Diese Berichterstattung wurde ermöglicht durch folgende Sponsoren:
Reichstädter Metall und StahlbauReichstädter HeizungsbauKüchen-LorenzNiederer Gasthof ReichstädtDr. BenteleWitton

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