Dorffest Reichstädt 2004

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day4day Internetservice Harald Weber

 
Skurrile Vehikel scharrten an der Pool Position mit den Hufen

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Das hat die Welt noch nicht gesehen! Keine Autos aus langweiligen Baureihen in Reichstädt zum Seifenkistenrennen 2004, das vom Reichstädter Elferrat und von der Prinzengarde ausgerichtet wurde. 

Nein, es waren alles Prototypen aus den Werkstätten von insgesamt 11 Startern. Außer zwei mutigen Hartmannsdorfer Seifenkistenpiloten aus dem Rennstall Hofmann traute sich offensichtlich niemand an die Reichstädter Pokaljäger heran. Windschnittigkeit, wahrscheinlich in unzähligen Probefahrten und im Windkanal getestet, war das "Non plus ultra".

Entsprechend auch die Resonanz bei den Zuschauern. Das Fahrerpotential war den technischen Raffinessen nicht immer gewachsen, so daß es zu spektakulären Szenen kam. 

Die Techniker in den Boxen wurden bis an die Grenzen gefordert, so bei einem Radwechsel der Rennmaschine "die Alm". Auch "der kleine Wagen" mit dem Piloten Tobias Bachmann hatte einen linksseitigen Radschaden. Die Boxenluder am Rand des Geschehens, die hübschen Reichstädter Mädels und die Girls der Prinzengarde, feuerten ihre Männer mit den stählernen Nerven an. Dabei geizten sie natürlich nicht mit ihren Reizen.

 Das Publikum am Rand des Parcours tobte vor Begeisterung und konnte nur durch den beherzten Einsatz der Ordner hinter den Absperrungen gehalten werden. Blitzlichtgewitter der Reporter gingen über die Rennbahn nieder. Ein gefährlicher Abschnitt war die Haarnadelkurve, hier gab es die zahlreichsten Bandenberührungen.

Prominente Besucher hatten sich unter die Zuschauer gemischt. So entdeckte man mit viel Glück den Bürgermeister der Partnergemeinde Huglfing (etwa 70 km im SSW von München), Mitglieder des Ortschaftsrates Reichstädt und noch viele andere bekannte Gesichter.

Den ersten Platz belegte Stefan Kröhnert mit seiner Ultraleicht-Seifenkiste "Firebird" ,

natürlich ein Reichstädter. Zweiter wurde Carlo Rennhack mit "Blue Fighter", 

auch ein Pilot aus dem Reichstädter Fahrerlager, auf Position 3 landete Denis Erler mit "Feuerhund", 

der, "wie könnte es anders sein?" auch Reichstädter ist. Den undankbaren 4. Platz belegte der Reichstädter Jugendclub mit ihrem Gefährt "Die Alm". 

Die fünftbeste Zeit fuhr der Rennpilot Phillip Heger

nach Hause, der leider im 2. Durchgang wegen eines Unfalls ausschied. Er war einer der großen Favoriten. Ihm wünschen wir rasche Genesung, damit er beim nächsten Seifenkistenrennen alles aus seinem "Fahrzeug auf drei Rädern" herausholen kann. Wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war, hat er keine ernsthaften Blessuren davongetragen. Alle anderen Seifenkisten fuhren auch ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Der Dackelclub war in diesem Jahr nicht so erfolgreich. 

Trotz bedingungsloser und demonstrativer Alkoholabstinenz gelang ihnen keine Plazierung mit ihrer überdimensionalen Seifenkiste, mit einem zugelassenen Höchstgewicht von 1,5 t.

Der Reichstädter Elferrat e. V. hatte als Piloten den "letzten Russen" verpflichtet.

Das Renngeschehen wurde von Karsten Lemke 

und Falk Schubert spritzig kommentiert. Die Juroren waren Ralf-Johannes Heerklotz und Eberhard Klaus vom Elferrat. Spektakulär war die Technik am Ort des Geschehens. Der Parcours wurde mit insgesamt 40 Strohballen der Agrargenossenschaft Ruppendorf errichtet. Von früh an war Helfried Lohse dafür mit schwerem Gerät in Einsatz.

Zwei Oldtimer-Traktoren waren vor Ort, ein Deutz D25S mit 25 PS von Daniel Sittmann, ein Famulus RS14/36 aus Paulshain von Denny Reichelt, sowie eine Ameise von Torsten Schubert. Uwe Göhlert agierte für Bild und Ton. Falk Schubert sorgte für musikalische Power aus den Lautsprecherboxen. Fischsemmeln und Getränke gab es beim Elferrat zu kaufen. Die Zelte des Fahrerlagers stellten Reichstädter Bürger zur Verfügung. Das DRK war anwesend und im Einsatz.

Ein Highlight der besonderen Art war der nachgestellte Unfall. Dort waren die Feuerwehr Bannewitz mit ihren Spreizern und Scheren im Einsatz, und das DRK barg die Pseudoverletzten.

Als Sponsoren dieses Spektakels zeichneten die Lotos Druck GmbH, das Werbestudio Michael Kosch und Unterhaltungselektronik Uwe Göhlert.

Text: Bärbel Lange
Fotos: Prof. Dr. Adolf Heger

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